uMechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen und der Weg zur Therapie

Kardiovaskuläre Erkrankungen, insbesondere der akute Myokardinfarkt und die chronische Herzinsuffizienz, sind die häufigsten Todesursachen in Deutschland. Trotz intensiver Forschung und dringend benötigter neuer Therapiestrategien sind zuletzt nur wenige neue Medikamente in klinischen Phase III-Studien im Bereich der kardiovaskulären Medizin erfolgreich gewesen. Um die „Translation“ neuer Ergebnisse aus der Grundlagenwissenschaft in die klinische Anwendung zu verbessern, haben wir grundlagenorientierte und klinische bzw. translationale kardiovaskuläre Forscherinnen und Forscher in einer interdisziplinären Tagung zusammengebracht, um molekulare Krankheitsmechanismen und mögliche therapeutische Angriffspunkte zu diskutieren.

 

Am 12. und 13. September 2014 fand in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster REBIRTH die Tagung „Mechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen und der Weg zur Therapie – ein Dialog zwischen Grundlagenforschung und translationaler Forschung“ im stimulierenden Ambiente des Schlosses Herrenhausen statt. Der Kongress in diesem modernen Tagungszentrum wurde durch großzügige Förderung der Volkswagenstiftung ermöglicht. Die über 100 Teilnehmer der Tagung – hiervon mehr als 60 Nachwuchswissenschaftler, die ihre Arbeiten durch ein Poster oder einen Kurzvortrag präsentierten – tauschten neueste Erkenntnisse in einigen sich rasch entwickelnden Themengebieten kardiovaskulärer Grundlagenforschung aus: die Kommunikation zwischen verschiedenen Zelltypen im Herzmuskel, die Regeneration nach Infarkt, epigenetische Regulationsmechanismen und die Angiogenese. Bei einem Großteil der vorgestellten Daten wurden bereits mögliche Anwendungen diskutiert – sei es als Biomarker oder therapeutisches Target.

 

Professor Saptarsi Haldar aus Cleveland (USA) zeigte, dass sich durch die Behandlung mit dem Molekül „JQ1“, welches epigenetische Regulatormoleküle (BET Proteine) hemmt, kardiale Hypertrophie und Herzinsuffizienz in Mäusen effektiv hemmen lassen. Derzeit wird das Molekül im Großtiermodell getestet, bevor klinische Studien beginnen können. Professor Carmeliet, ein international hoch angesehener Angiogeneseforscher aus Belgien, demonstrierte, dass die Energiegewinnung durch Glykolyse für Endothelzellen während der Angiogenese von zentraler funktioneller Bedeutung und gleichzeitig ein interessanter therapeutischer Angriffspunkt ist. Ein weiterer interessanter Ansatz wurde von Professor Kenneth R. Chien, Molekular-Kardiologe vom Karolinska Institut in Stockholm, vorgestellt: Die myokardiale Injektion einer modifizierten für den Gefäßwachstumsfaktor VEGF-A kodierenden mRNA verbesserte die Mortalität und die Herzfunktion von Mäusen nach Myokardinfarkt überwiegend durch die Aktivierung von Herzvorläuferzellen und deren Umwandlung in Gefäßzellen. Nach den Vorträgen, am Poster und nicht zuletzt auch am Abend bei der lockeren, von Musik untermalten Zusammenkunft aller Teilnehmer im festlich illuminierten großen Garten in Herrenhausen und bestem Wetter wurde rege diskutiert und Kooperationen geplant.

 

Professor Jörg Heineke und Professor Johann Bauersachs, die Organisatoren des Meetings, zogen eine sehr positive Bilanz und betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Grundlagen- und klinischen Forschern, letztlich zum Wohl des Patienten.

Schloss Herrenhausen

12. – 13. September 2014

 

Organisation

Prof. Dr. Jörg Heineke

Prof. Dr. Johann Bauersachs

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