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Interventionelle Kardiologie

In der interventionellen Kardiologie werden mittels invasiver Diagnostik und Therapie Erkrankungen des Herzens behandelt. Nach einer umfangreichen Erneuerung des Herzkatheterbereichs verfügen wir über drei Herzkatheterlabore – unter anderem über ein Hybridkatherlabor mit Reinraumluft und modernster Bildgebung sowie einem Katheterlabor, das primär für elektrophysiologische Eingriffe genutzt wird.
 

Mit unserem Team von neun interventionell tätigen Kardiologen sowie spezialisiertem Katheterassistenzpersonal steht unser Labor 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr für Notfälle zur Verfügung.

 

Behandlungsschwerpunkte in der Übersicht

  • Invasive Diagnostik der Koronarien und Herzklappen

  • Sämtliche Techniken der perkutanen Intervention bei Koronarstenosen und Implantation von Stents (inklusive Anwendung von Druckdrahttechnologie, intravaskulärer Bildgebung, Rotablation, Implantation von bioresorbierbaren Stents)

  • Behandlung von strukturellen Herzerkrankungen (Verschluss eines persistierenden Foramen ovale Vorhofseptumdefektes, transfemoraler Aortenklappenersatz, MitraClip)

  • Akutversorgung bei Herzinfarkt sowie kardiogenem Schock, inklusive Einsatz von Herzunterstützungssystemen (Mikroaxialpumpe Impella)

  • Verschluss des Vorhofohres bei Vorhofflimmern zur Schlaganfall-Vorbeugung

Koronarangiographie und PTCA

Ein Schwerpunkt der Klinik für Kardiologie und Angiologie ist die Diagnostik und Behandlung der koronaren Herzerkrankung. Die Koronarangiographie ist derzeit die einzige zuverlässige Methode, um Verengungen von Herzkranzgefäßen sicher darstellen zu können. Bei nachgewiesenen Verengungen der Koronarien können diese in gleicher Sitzung behandelt werden.


Neben der angiographischen Diagnostik werden zur Beurteilung von Koronarverengungen und zur Unterstützung der interventionellen Therapie die intravaskuläre Bildgebung mittels intravaskulärem Ultraschall (IVUS), optischer Kohärenztomographie (OCT) sowie Druckdrahtmessung (iFR, FFR) regelmäßig eingesetzt.


Mittels Ballonkatheter (Ballonangioplastie, PTCA) und / oder Implantation einer Gefäßstütze (Stent inklusive moderner bioresorbierbarer Scaffolds) werden die Engstellen beseitigt.

Abb.: Optische Kohärenztomographie (OCT): Darstellung eines Koronargefäßes nach Implantation eines bioresorbierbaren Stents. Der Stent ist mit dieser Methode sehr gut sichtbar und das optimale Anliegen des Stents an die Gefäßwand kann dargestellt werden.

Titel
Herzkatheteruntersuchung | Einblicke in die Herzkranzgefäße

Perkutane Mitralklappenrekonstruktion mittels MitraClip

Die Insuffizienz der Mitralklappe ist der zweithäufigste Herzklappenfehler und tritt oft im höheren Lebensalter auf. Ist aufgrund der Begleiterkrankungen eine chirurgische Mitralklappenrekonstruktion oder ein Klappenersatz nur mit hohem Risiko bzw. nicht durchführbar, bietet die perkutane Mitralklappenrekonstruktion eine schonende Behandlungsmöglichkeit. Hierbei werden mittels Kathetertechnik die Mitralklappensegel an der undichten Stelle mit einem Clip „zusammengeheftet“. Die Entscheidung für eine Mitralklappenrekonstruktion wird vom Heart Team (Kardiologen und Herzchirurgen) gemeinsam getroffen. Durchgeführt wird der Eingriff im Team bestehend aus interventionellen Kardiologen, Echokardiographiespezialisten und Anästhesisten.

Mitralklappeninsuffizienz vor Clip
Mitralklappeninsuffizienz nach Clip
PFO-/ASD-Verschlüsse

Das Herz besteht aus insgesamt 4 Kammern (2 Vorhöfe und 2 Hauptkammern). Die Vorhofscheidewand (Vorhofseptum) trennt den linken vom rechten Vorhof. Die linke von der rechten Hauptkammer (Ventrikel) trennt das Ventrikelseptum (Hauptkammerscheidewand). Manche Menschen haben von Geburt an einen kleinen Defekt in der Vorhofscheidewand (sog. ASD). Das offene Foramen ovale (sog. PFO) liegt bei ca. 25 % der Bevölkerung vor und ist meist nicht behandlungsbedürftig. In einigen Fällen kann es aber zu einer Verschleppung von Blutgerinnseln aus den Beinvenen in das Gefäßsystem des Gehirns kommen und ein Schlaganfall auftreten. Bei größeren Defekten der Vorhofscheidewand können Störungen im Herzkreislauf auftreten und eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit die Folge sein.

Der interventionelle Verschluß erfolgt durch ein sogenanntes „Schirmchen“. Dieses Verschlußsystem wird über einen Katheter in den zu verschließenden Defekt gebracht, entfaltet sich dort und verschließt den Defekt.

Transösophageale Echokardiographie eines ASD-Schirmchens in situ.
Transkatheter-Aortenklappenersatz (TAVI)

Was ist eine Aortenklappenstenose?

Die Aortenklappe zwischen linker Herzkammer und der Aorta (Hauptschlagader) verfügt über Klappensegel, die sich öffnen und Blut in die Aorta strömen lassen, wenn sich das Herz zusammenzieht. Eine Aortenklappenstenose entsteht durch Kalkablagerungen an den Klappensegeln. Dadurch verengt sich die Klappenöffnung. Der Herzmuskel wird dicker, um den Blutfluss aufrecht zu erhalten.

 

Beschwerden bei schwerer Aortenklappenstenose

  • Luftnot, insbesondere unter Belastung
  • Brustschmerzen und Engegefühl (Angina pectoris)
  • Schwächegefühl und Schwindel bei Anstrengung
  • Müdigkeit – vor allem unter erhöhter Belastung
  • plötzliche kurzdauernde Bewußtlosigkeit (Synkope)

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die einzige wirksame Behandlungsmethode der hochgradigen Aortenstenose ist der Aortenklappenersatz.

 

Chirurgischer Klappenersatz

Nach Eröffnen des Brustkorbs entfernt der Chirurg unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine die verkalkte Klappe und ersetzt sie durch eine künstliche Klappe. Für Patienten mit niedrigem Operationsrisiko ist dies ein sicheres Verfahren, schwerwiegende Komplikationen sind selten,

die langfristigen Ergebnisse sehr gut.

 

Katheterbasierte Aortenklappen-Implantation (TAVI)

Mit der katheterbasierten Aortenklappen-Implantation (TAVI) kann die Aortenklappe ohne das Öffnen des Brustkorbs am schlagenden Herzen ersetzt werden. Diese minimal-invasive Methode ist insbesondere für ältere Patienten mit höherem Operationsrisiko geeignet.

 

Welches Verfahren für wen?

Dies wird anhand Ihres Alters und der Untersuchungsbefunde gemeinsam von unserem Herz-Team bestehend aus Kardiologen und Herzchirurgen entschieden und mit Ihnen besprochen.

 

Wie erfolgt eine katheterbasierte Aortenklappen-Implantation (TAVI)?

Mit einem Katheter (ein langer fexibler Schlauch) wird die Klappe rückwärts über die Hauptschlagader ins Herz eingeführt. Der Katheter wird meistens über die Leistenschlagader (transfemoraler Zugang) eingeführt. Ist dies nicht möglich, kann die Klappe mit einer Operation über die Herzspitze oder die Hauptschlagader eingeführt werden.

Sobald sich die Klappenprothese innerhalb der verkalkten Aortenklappe befindet, wird die Herzklappe exakt positioniert und dann implantiert. Im Anschluss wird das Kathetersystem entfernt. Von unserem erfahrenen Team an der MHH wird die transfemorale TAVI in der Regel ohne Vollnarkose durchgeführt.

 

Wie sieht die weiterführende Behandlung aus?

Nach dem Eingriff werden Sie für eine Nacht auf der Intensivstation überwacht. Am nächsten Tag dürfen Sie aufstehen und bleiben dann noch etwa vier bis fünf Tage bei uns in der MHH. Wenn Sie es wünschen, organisieren wir gerne eine Anschlussheilbehandlung für Sie. Drei Monate nach dem Eingriff sehen wir Sie zur Nachkontrolle in unserer Ambulanz. Sollten Sie Fragen oder Beschwerden haben, sprechen Sie uns bitte umgehend an, denn Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen.

Abb.: Medtronic CoreValve® Evolut™R
Abb.: Edwards Sapien S3 Aortenklappenprothese direkt nach Implantation.

Titel

Interventioneller Aortenklappenersatz

Vorderwandaneurysma

Nach großen Herzinfarkten, welche die linke Herzkammer betreffen, beteiligen sich die Herzmuskelabschnitte rund um die Herzspitze nicht mehr an der Pumparbeit und es bildet sich eine Aussackung des Herzens, ein sogenanntes Vorderwand- aneurysma. Dieses Aneurysma stellt ein Areal im Herzen mit vermindertem Blutfluss und erhöhter Thrombosegefahr dar. Mittels eines neuartigen Ventrikel-Schirmchens kann das Ventrikel-Volumen verkleinert und die elliptische Form der Herzkammer wieder hergestellt werden. Dies führt langfristig zu einer besseren Belastbarkeit der Patienten.

Implantation eines Ventrikel-Schirmchens in ein Vorderwandaneurysma.
Implantation eines Ventrikel-Schirmchens in ein Vorderwandaneurysma.
DGK Zertifikat | Interventionelle Kardiologie

Titel

Zusatzqualifikation Interventionelle Kardiologie

 

Zertifizierung durch:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

Bereichsleitung

PD Dr. Julian Widder

Tel.: 0511 532-4503

Fax: 0511 532-8311

widder.julian@mh-hannover.de

Prof. Dr. Tibor Kempf
Tel.: 0511 532-2229
Fax: 0511 532-3357
kempf.tibor@mh-hannover.de

Patientenanmeldung

Jessica Koch
Tel.: 0511 532-6626
Fax: 0511 532-3357
koch.jessica@mh-hannover.de

Xenia Müller 
Tel.: 0511 532-6627
Fax: 0511 532-3357
mueller.xenia@mh-hannover.de

Daniela Gretenkort
Tel.: 0511 532-6627
Fax: 0511 532-3357
gretenkort.daniela@mh-hannover.de

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