cSTUDIE: KANN DAS LEBEN VON HERZSCHWACHEN VERBESSERT WERDEN?

 

Patienten mit fortgeschrittener chronischer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), aufgrund einer gestörten systolischen Pumpfunktion des Herzmuskels, haben eine verkürzte Lebenszeit und müssen häufig wegen einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz akut ins Krankenhaus aufgenommen werden.

 

Die DIGIT-HF-Studie untersucht, ob die Behandlung dieser Patienten mit dem Herzglykosid Digitoxin die Lebenszeit verlängert und Krankenhausaufnahmen wegen einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz vermeidet. Obwohl Herzglykoside (Digitalis) seit ca. 200 Jahren zur Behandlung der Herzinsuffizienz verwendet werden und auch wenn bisherige Untersuchungen auf einen günstigen Einfluss von Herzglykosiden (Digitalis) bei der Behandlung der Herzschwäche hinweisen, ist dies bisher nicht eindeutig geklärt. Seit 2015 wurden bereits mehr als 800 Patienten in etwa 40 Zentren in Deutschland und Österreich in DIGIT-HF eingeschlossen. Die Patienten erhalten per Zufallsprinzip (Randomisierung) entweder Digitoxin oder ein Scheinmedikament (Placebo). Weder Patienten noch betreuende Ärzte wissen, ob der Patient Digitoxin oder Placebo erhält. Dieses prospektive, randomisierte, doppel-verblindete Studiendesign ist der Goldstandard zur eindeutigen Klärung der Wirksamkeit eines Medikamentes.

 

DIGIT-HF wird unabhängig von der Pharmaindustrie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert, nachdem ein unabhängiges Gutachtergremium die Wichtigkeit der Studie durch eine sehr positive Bewertung unterstrichen hat. Das BMBF hat aufgrund ihrer medizinischen Bedeutung jetzt die Verlängerung der DIGIT-HF-Studie bis zum Jahr 2024 bewilligt. Es stellt für die zweite Förderperiode etwa 3,8 Millionen Euro zur Verfügung. Mit weiteren 700.000 Euro unterstützt die Brauckmann-Wittenberg-Herz-Stiftung das Projekt. DIGIT-HF ist damit eine der größten und finanziell umfangreichsten Studien, die durch das BMBF gefördert werden.

 

Wenn DIGIT-HF einen positiven Nutzen für die Behandlung mit Digitoxin bei Patienten mit fortgeschrittener systolischer Herzinsuffizienz nachweist, stünde diesen Patienten eine einfache medikamentöse Therapie zur Verfügung, die Prognose und Schwere des Krankheitsverlaufs verbessert.

Projektleitung

s